Lesefrüchte (2)

Gender und Grammatik

Der ButtERkeks wird nicht weiblich, wenn er bald ButtSIEkeks heißt. Der Bäcker ist kein Mann, sondern eine Person. Und der Flüchtling sollte nicht aus der deutschen Sprache vertrieben werden. Aus Sicht des Genderns ist es allerdings eine haarsträubende Diskriminierung, dass der Berliner Koalitionsvertrag von Berliner*innen, Bürger*innen und Senator*innen spricht, dagegen von Gefährdern, jugendlichen Straftätern und Intensivtätern. Und dann sind da noch die Studierenden: „Ein sterbender Studierender stirbt beim Studieren, ein sterbender Student kann auch im Schlaf oder beim Wandern sterben.“

Weshalb Gendern in der Grammatik an Grenzen stößt, erklärt ebenso gelehrig wie lehrreich der Linguist Peter Eisenberg in der Süddeutschen Zeitung, die sich zum Glück noch nicht in den Schwitzkasten von Radikal*innen nehmen lassen muss.

Angesichts des weltweiten Trends, liberale Zeitungen zu kujonieren, sei gewarnt: Es sind Staaten denkbar, in denen solch ein Beitrag nicht mehr erscheinen dürfte. Gut dass wir sie haben, die freie Presse!